Fahrrad-Monitor 2021 veröffentlicht

 

Das Bundesverkehrsministerium hat die Ergebnisse der repräsentativen Online-Befragung „Fahrrad-Monitor 2021“ vorgestellt. Sie zeigen: Das Interesse am Radfahren wächst weiter, die Ansprüche an die Politik ebenso.

 

Screenshot einer Folie aus der Untersuchung Fahrad-Monitor 2021.
Der Fahrrad-Monitor untersucht alle zwei Jahre das Stimmungsbild bei Radfahrenden. © Sinus Institut

Der Fahrrad-Monitor erhebt alle zwei Jahre repräsentativ das subjektive Stimmungsbild der Radfahrenden in Deutschland. Am 7. Dezember hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Ergebnisse der neuen Ausgabe 2021 veröffentlicht.

Die Ergebnisse zeigen: Das Fahrrad hat im Verkehrsmittelvergleich das höchste Wachstumspotential. 41 Prozent der Menschen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren möchten zukünftig häufiger das Fahrrad nutzen. In der jüngsten Altersgruppe von 14 bis 49 Jahren ist der Wunsch nach einer häufigeren Fahrrad-/Pedelec-Nutzung mit 49 Prozent am stärksten ausgeprägt.

Forderungen an die Politik

Die Umfrage ergab mehrere deutliche Forderungen an die Politik:

  • mehr Radwege bauen (57 Prozent)
  • bessere Trennung der Radfahrenden von den Pkw-Fahrenden (53 Prozent) und den Zufußgehenden (45 Prozent)
  • mehr Schutz- und Radfahrstreifen einrichten (43 Prozent)
  • sichere Fahrradabstellanlagen (41 Prozent)
  • mehr Fahrradstraßen einrichten (39 Prozent)

42 Prozent der Befragten stufen die Bundespolitik als fahrradfreundlich ein – damit stagniert der Wert gegenüber der letzten Umfrage. Eine leichte Steigerung gab es bei Ländern (von 49 auf 51 Prozent) und Kommunen (53 auf 56 Prozent).

Auf diesen Ebenen passiert immer mehr in Sachen Radverkehrsförderung, wird aber vom Straßenverkehrsgesetz häufig ausgebremst, das zu stark auf den Kfz-Verkehr ausgerichtet ist und sinnvolle Radverkehrsinfrastruktur oft verhindert.

Innovative Infrastruktur ist beliebt

Die in einigen Großstädten errichteten Pop-up-Bikelanes werden von insgesamt 63 Prozent der Befragten positiv bewertet. Die regelmäßigen Radfahrer*innen waren davon sogar zu 71 Prozent überzeugt, aber auch regelmäßige Autofahrer*innen stehen diesen Radwegen zu 62 Prozent positiv gegenüber. Geschützte Radfahrstreifen finden sogar 77 Prozent der Befragten gut.

Auch Radschnellwege sind beliebt: 74 Prozent begrüßen die Einrichtung solcher Routen. Diese könnten viele Pendler*innen zum Umstieg aufs Fahrrad motivieren: 31 Prozent der Menschen, die das Rad bislang nicht zum Pendeln nutzen, würden umsteigen, wenn es Radschnellwege auf ihrem Weg zur Arbeit gäbe. 75 Prozent der Rad-Pendler*innen würden das Rad noch häufiger als bisher nutzen.

Fahrradnutzung auf dem Weg zur Arbeit

Insgesamt nutzen 21 Prozent der Berufstätigen das Fahrrad für den Weg zur Arbeit, bei den Auszubildenden sind es 27 Prozent. Junge Menschen und Personen in städtischen Räumen nutzen das Rad häufiger zum Pendeln. 44 Prozent der Berufstätigen bzw. Befragten in Ausbildung vergeben die Schulnoten 1 oder 2 für die Fahrradfreundlichkeit ihrer Arbeitsstelle bzw. ihrer Ausbildungsstätte.

Bei den Gründen, die vom Fahrrad-Pendeln abhalten, liegt der zu weite Weg mit 50 Prozent vorne. Die Länge der Fahrt hält 41 Prozent der nicht mit dem Rad pendelnden Menschen ab. Wind und Wetter sind für 35 Prozent der Grund, nicht das Fahrrad zu nutzen.

Zu gefährlich finden 15 Prozent den Weg zur Arbeit – bei der letzten Befragung 2019 waren es noch 19 Prozent. Fehlende Radwege halten nach wie vor für 22 Prozent von der Fahrradnutzung ab.

Damit zeigt sich, dass hochwertige Infrastruktur ein Schlüssel für mehr Fahrradnutzung ist – denn auf gut ausgebauten, sicher und komfortabel zu nutzenden Radwegen ist man zügiger unterwegs und hat ein besseres Sicherheitsgefühl.

Sicherheitsgefühl steigt – Helmtragequote auch

Ein positives Ergebnis des Fahrrad-Monitors ist das steigende Sicherheitsgefühl beim Radfahren. 63 Prozent der Radfahrenden geben an, dass sie sich sehr oder eher sicher fühlen – 2019 waren es nur 56, 2017 53 Prozent. Ein Unsicherheitsfaktor sind noch zu wenig separate Radwege.

Spaß beim Radfahren in der Gemeinde nimmt ebenfalls zu: 54 Prozent sind der Meinung, Radfahren mache Spaß. 2019 waren es noch 49 Prozent.

Allerdings steigt auch die Helmnutzung von 30 auf 45 Prozent, insbesondere bei älteren Radfahrenden. Gerade in dieser Gruppe scheint also das Sicherheitsgefühl noch ausbaufähig zu sein – was am besten durch gute Radwege zu schaffen ist.

Pandemie verändert Mobilitätsverhalten

Die Corona-Pandemie hatte großen Einfluss auf die Fortbewegung der Menschen –zugunsten der Fortbewegung zu Fuß, mit dem Rad sowie mit demAuto und zulasten des ÖPV, des Flugzeuges sowie der Bahn im Fernverkehr.38 Prozentgeben zum Befragungszeitpunkt an, häufiger zu Fuß zu gehen als vor der Pandemie, 25 Prozent fahren häufiger mit dem Fahrrad.

Aber 20 Prozent waren auch häufiger mit dem Auto unterwegs. Im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie nutzen 37 Prozent seltener öffentliche Verkehrsmittel, 35 Prozent fliegen seltener und 32 Prozent nutzen seltener Züge im Fernverkehr.

Der Fahrrad-Monitor wird vom Sinus-Institut im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur erstellt.

 


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  • Was muss ich beachten, um mein Fahrrad verkehrssicher zu machen?

    Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben. Hinzu kommen ein weißer Reflektor vorne und ein roter Großrückstrahler hinten, die laut StVZO zwingend vorgeschrieben sind.

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  • Worauf sollte ich als Radfahrer achten?

    Menschen, die Rad fahren oder zu Fuß gehen, gehören zu den ungeschützten Verkehrsteilnehmern. Sie haben keine Knautschzone – deshalb ist es umso wichtiger, sich umsichtig im Straßenverkehr zu verhalten. Dazu gehört es, selbstbewusst als Radfahrender im Straßenverkehr aufzutreten, aber gleichzeitig defensiv zu agieren, stets vorausschauend zu fahren und mit Fehlern von anderen Verkehrsteilnehmern zu rechnen.Passen Sie Ihre Fahrweise der entsprechenden Situation an und verhalten Sie sich vorhersehbar, in dem Sie beispielsweise Ihr Abbiegen durch Handzeichen ankündigen. Halten Sie Abstand von Lkw, Lieferwagen und Kommunalfahrzeugen. Aus bestimmten Winkeln können Fahrer nicht erkennen, ob sich seitlich neben dem Lkw Radfahrende befinden. Das kann bei Abbiegemanövern zu schrecklichen Unfällen führen. Beachten Sie immer die für alle Verkehrsteilnehmer gültigen Regeln – und seien Sie nicht als Geisterfahrer auf Straßen und Radwegen unterwegs.

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  • Was ist der Unterschied zwischen Pedelecs und E-Bikes?

    Das Angebot an Elektrofahrrädern teilt sich in unterschiedliche Kategorien auf: Es gibt Pedelecs, schnelle Pedelecs und E-Bikes. Pedelecs sind Fahrräder, die durch einen Elektromotor bis 25 km/h unterstützt werden, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Bei Geschwindigkeiten über 25 km/h regelt der Motor runter. Das schnelle Pedelec unterstützt Fahrende beim Treten bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h. Damit gilt das S-Pedelec als Kleinkraftrad und für die Benutzung sind ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebserlaubnis und eine Fahrerlaubnis der Klasse AM sowie das Tragen eines Helms vorgeschrieben. Ein E-Bike hingegen ist ein Elektro-Mofa, das Radfahrende bis 25 km/h unterstützt, auch wenn diese nicht in die Pedale treten. Für E-Bikes gibt es keine Helmpflicht, aber Versicherungskennzeichen, Betriebserlaubnis und mindestens ein Mofa-Führerschein sind notwendig. E-Bikes spielen am Markt keine große Rolle. Dennoch wird der Begriff E-Bike oft benutzt, obwohl eigentlich Pedelecs gemeint sind – rein rechtlich gibt es große Unterschiede zwischen Pedelecs und E-Bikes.

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  • Gibt es vom ADFC empfohlene Radtouren für meine Reiseplanung?

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